Lexikon
Was ist der EU AI Act — und wen betrifft er?
Der EU AI Act ist die europäische Verordnung über künstliche Intelligenz; sie ordnet Systeme nach Risiko und trennt die Pflichten von Anbietern und Betreibern.
Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026 · Baldux GmbH
Die Verordnung regelt nicht die Technik, sondern den Einsatz. Sie teilt KI-Systeme nach dem Risiko ein, das von ihrer Anwendung ausgeht: Einige Praktiken sind verboten, für einige Anwendungen mit hohem Risiko gelten strenge Auflagen, für andere reichen Transparenzpflichten, und ein großer Teil des Alltagseinsatzes fällt in keine dieser Klassen. Entscheidend ist damit nicht, welches Modell benutzt wird, sondern wozu.
Zwei Rollen ziehen sich durch den Text. Anbieter ist, wer ein KI-System entwickelt oder unter eigenem Namen auf den Markt bringt. Betreiber ist, wer es unter eigener Verantwortung einsetzt. Die meisten Unternehmen sind Betreiber — sie kaufen oder lassen bauen und benutzen. Wer allerdings ein zugekauftes System wesentlich verändert oder unter eigenem Namen weitergibt, kann in die Anbieterrolle rutschen. Diese Einordnung sollte vor dem Einsatz geklärt sein, nicht danach.
Die Fristen sind gestaffelt. Nach der amtlichen Übersicht der Europäischen Kommission trat die Verordnung am 1. August 2024 in Kraft; die Verbote bestimmter Praktiken und die Pflichten zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025, die Regeln für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit August 2025. Anwendbar wurde die Verordnung am 2. August 2026. Für Anwendungen mit hohem Risiko greifen die strengen Pflichten ab dem 2. Dezember 2027, für KI in bereits regulierten Produkten ab dem 2. August 2028. Maßgeblich ist der Verordnungstext; die amtliche Fassung ist unten verlinkt.
Was das praktisch bedeutet, lässt sich nicht pauschal sagen — und wer es pauschal sagt, verkauft etwas. Unabhängig von Rolle und Klasse hilft aber dieselbe Vorarbeit: eine Übersicht, welche KI-Systeme im Haus überhaupt laufen; eine Festlegung, wer sie freigibt; und eine Aufzeichnung, die später zeigt, wie eine Entscheidung zustande kam. Genau das ist der Kern von KI-Governance.
Für Software, die bei MCP Baldux entsteht, heißt das: Der Bauvorgang selbst ist über die Belegkette nachvollziehbar, und ob Ihre Anwendung zusätzlich einen fachlichen Audit-Trail für den laufenden Betrieb braucht, wird in der Beratung entschieden. Diese Seite ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung; für die Bewertung Ihres Falls ist eine Kanzlei oder Ihre Rechtsabteilung zuständig.
Häufige Fragen zum EU AI Act für Unternehmen
Für welche Unternehmen gilt der EU AI Act?
Für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen mit Bezug zur Union — unabhängig von der Größe. Welche Pflichten daraus folgen, hängt an der Rolle und daran, in welche Risikoklasse die konkrete Anwendung fällt. Die Zuordnung gehört vor den Einsatz, nicht danach.
Was ist der Unterschied zwischen Anbieter und Betreiber?
Anbieter entwickeln ein System oder bringen es unter eigenem Namen in Verkehr. Betreiber setzen es unter eigener Verantwortung ein. Wer ein zugekauftes System wesentlich verändert oder unter eigenem Namen weitergibt, kann in die Anbieterrolle wechseln.
Ab wann gilt der EU AI Act?
Gestaffelt: in Kraft seit dem 1. August 2024, Verbote und KI-Kompetenz seit dem 2. Februar 2025, Regeln für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit August 2025, anwendbar seit dem 2. August 2026; für Anwendungen mit hohem Risiko ab dem 2. Dezember 2027. Quelle: amtliche Übersicht der Europäischen Kommission.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Erst inventarisieren, dann bewerten: Welche KI-Systeme laufen im Haus, wer hat sie freigegeben, welche Daten sehen sie. Danach die Rolle je System klären und den Bedarf an Nachweisen festlegen. Für die rechtliche Bewertung braucht es eine Kanzlei — für die technische Vorarbeit nicht.
Wo der Begriff vorkommt
- KI-Governance: Regeln, Rollen, Nachweise
- Audit-Trail — der Nachweis im laufenden Betrieb
- Audit-Trail für KI-Systeme: Beleg je Schritt
- Datenschutz bei KI-Entwicklung: Daten, Wege, Fragen