Ratgeber

KI-Agentur finden: 12 Fragen, die Sie vor dem Auftrag stellen sollten

Eine Checkliste für das Erstgespräch mit jedem Anbieter — kategorial, ohne Namen, mit den Antworten, die wir selbst darauf geben.

Stand: 18. August 2026 · MCP Baldux

Eine KI-Agentur beurteilt man nicht an ihren Referenzbildern, sondern an zwölf Antworten: wer den Code prüft, wem er hinterher gehört, wohin er übergeben wird, wie der Preis zustande kommt, welche Anbieter Daten verarbeiten, wann etwas als abgenommen gilt und was nach einer Kündigung passiert. Wer bei einem dieser Punkte ausweicht, gibt Ihnen eine Information — nutzen Sie sie.

Warum die üblichen Auswahlkriterien nicht reichen

Bei klassischer Softwareentwicklung war die Auswahl eine Frage nach Erfahrung, Team und Referenzen. Wo KI baut, verschiebt sich der Engpass: Das Erzeugen von Code ist nicht mehr das Knappe, das Prüfen ist es. Genau darüber sagen Referenzbilder nichts.

Wie groß der Unterschied ist, lässt sich beziffern. Veracode testete 2025 über 100 KI-Sprachmodelle; 45 % der erzeugten Code-Beispiele enthielten Schwachstellen aus den OWASP Top 10, bei Java 72 %. In der Untersuchung von Perry und Kollegen (ACM CCS 2023) schrieben Entwickler mit KI-Assistent unsichereren Code und hielten ihn zugleich häufiger für sicher. Ein Anbieter, der auf die Frage nach der Prüfung mit „wir arbeiten sorgfältig“ antwortet, hat die Frage nicht beantwortet.

Die folgenden zwölf Fragen sind kategorial gestellt: Sie treffen Agenturen, Freelancer, Baukasten-Anbieter und uns gleichermaßen. Zu jeder steht, warum sie zählt und was wir selbst darauf antworten — nicht als Maßstab, sondern damit Sie unsere Antwort mit anderen vergleichen können.

Fragen 1 bis 4: Prüfung und Nachweis

  1. Wer prüft den erzeugten Code — und ist die Prüfung vom erzeugenden Modell getrennt? Ein System, das seine eigene Arbeit bewertet, ist keine zweite Instanz.
  2. Ist die Prüfung fester Teil des Ablaufs oder eine Einstellung, die man aktivieren kann? Was sich abschalten lässt, wird unter Zeitdruck abgeschaltet.
  3. Gibt es einen Nachweis je Änderung — Schritt, Prüfrolle, Ergebnis, Zeitpunkt — oder nur die Zusicherung, sorgfältig zu arbeiten?
  4. Bleiben auch Fehlversuche im Nachweis stehen, oder wird nur der Endstand dokumentiert? Ein Protokoll, das sich aufräumen lässt, belegt nichts.

Unsere Antwort: Vier unabhängige Prüfrollen gehen mit unterschiedlichen Fragen an jeden Schritt; keine liegt auf dem Modell, das gebaut hat. Die Sicherheitsrolle kann allein blockieren. Jede Runde bleibt in der Belegkette stehen, auch der Fehlversuch — Nachbesserungen werden angehängt, nicht überschrieben.

PrüfrolleDie Frage, die sie stellt
ArchitekturTrägt der Aufbau auch in zwei Jahren?
Sicherheit (Veto)Kommt jemand an Daten, der nicht darf?
VollständigkeitSteht wirklich alles drin, was vereinbart war?
IntegrationWas passiert, wenn das andere System schweigt?

Fragen 5 bis 8: Rechte, Übergabe, Betrieb

  1. Was genau geht an mich über — der ganze Quellcode, Teile davon, oder ein Nutzungsrecht? Lassen Sie sich die Antwort im Vertragstext zeigen, nicht im Gespräch.
  2. Steckt ein eigenes Framework des Anbieters darin, und unter welchen Bedingungen darf ich es weiter nutzen?
  3. In wessen Verzeichnis wird übergeben, und darf ein anderer Dienstleister an der Anwendung weiterarbeiten?
  4. Auf wessen Namen läuft der Server, auf dem die Anwendung später steht?

Unsere Antwort: Ihre Anwendung gehört Ihnen: Sie nutzen sie, betreiben sie, lassen sie weiterentwickeln, hosten sie selbst oder lassen hosten. Das Baldux-Framework darunter bleibt unser Eigentum und ist für genau diese Anwendung unbefristet lizenziert — kein Weiterverkauf, keine Unterlizenz, kein Herauskopieren, keine Nutzung in anderen Projekten, auch nicht durch andere Agenturen oder Ihre Mitarbeitenden. Änderungen am Framework fallen an Baldux; die Entwicklungsplattform und die Engine werden nie ausgeliefert. Einzelheiten: AGB Ziffer 12–17 und /lizenz. Die Anwendung läuft bei Hetzner in Deutschland, der Hosting-Vertrag auf Ihren Namen, ab ab ca. 5 € / Monat. Nach einer Kündigung läuft sie weiter; nur der Zugang zur Entwicklungsplattform endet.

Fragen 9 bis 12: Preis, Datenschutz, Abnahme, Ausstieg

  1. Wie kommt der Preis zustande — Stunden, Tage, Ergebnisse — und was passiert bei einer Fehlkalkulation? Stehen alle Stufen offen im Netz oder nur auf Anfrage?
  2. Welche Inhalte verlassen für Planung und Prüfung das Haus, welche Anbieter verarbeiten sie, und steht das in einem Auftragsverarbeitungsvertrag?
  3. Woran gilt eine Lieferung als abgenommen? Vorher definierte Kriterien oder Bauchgefühl am Ende?
  4. Was passiert nach einer Kündigung mit der laufenden Anwendung, den Daten und den Zugängen?

Unsere Antwort in Kurzform: Abgerechnet wird die geprüfte Freigabe — 1.900 € bis ab 18.000 € im Monat, oder als Festpreis ab 8.900 € nach kostenloser Analyse; jede Stufe steht mit Zahl auf der Preisseite. Prüfrunden, Fehlversuche und Nachbesserungen zählen nicht auf Ihr Kontingent. Welche KI-Anbieter beteiligt sind, steht namentlich in der Datenschutzerklärung; ein AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO ist, soweit erforderlich, Vertragsbestandteil — ohne Aufpreis. Abnahmekriterien werden vor dem Bau schriftlich festgelegt.

Zwei Warnzeichen, die sich im Erstgespräch zeigen: Wenn die Prüfung als Produktmerkmal beschrieben wird, das man aktivieren kann, ist sie kein Ablauf. Und wenn niemand sagen kann, wo Ihr Code am Ende liegt, dann klären Sie die Eigentumsfrage vor der Unterschrift.

Wann eine Agentur trotzdem die bessere Wahl ist

Die zwölf Fragen sind keine Argumentation gegen Agenturen. Es gibt Fälle, in denen ein Team vor Ort das Richtige ist: ein einmaliges, sehr spezielles Vorhaben mit viel Abstimmung im Haus; eine Branche, in der Erfahrung mit einer konkreten Fachanwendung mehr zählt als Bauleistung; oder ein Projekt, das ohnehin überwiegend aus Beratung besteht und wenig Software am Ende hat.

Der Vorteil des Weges über eine Engine mit unabhängiger Prüfung liegt woanders: Ihr Team reicht selbst ein, auch außerhalb der Bürozeiten, es gibt keine Angebotsrunde je Änderungswunsch, und jeder Schritt ist nachlesbar. Was in beiden Fällen menschlich bleibt, ist die Architektur — die Entscheidung, wie Ihr Ablauf in Datenmodell, Rollen und Schnittstellen übersetzt wird.

Häufige Fragen zur Auswahl einer KI-Agentur

Wie finde ich eine seriöse Firma für KI-Entwicklung?

An drei Dingen, die sich vor der Beauftragung zeigen lassen: Der Preis steht fest oder ist nachvollziehbar hergeleitet. Es gibt einen Nachweis darüber, wer welche Änderung geprüft hat. Und der kundenspezifische Quellcode wird übergeben, damit ein Wechsel möglich ist, ohne neu zu bauen.

Was kostet eine KI-Agentur im Vergleich?

Agenturen rechnen üblicherweise nach Tagessatz, Freelancer nach Stunden. Belegt ist nur der Marktpreis der Stunde: Der Freelancer-Kompass 2026 nennt für rund 5.400 Befragte im DACH-Raum 103 € im Durchschnitt, in der Auswertung des Herausgebers 90 € für Software- und Webentwicklung. Wie viele Stunden ein Vorhaben braucht, ist nicht erhoben — deshalb rechnen wir in geprüften Freigaben, ab 1.900 € im Monat.

Woran erkenne ich, dass wirklich geprüft wird?

Lassen Sie sich einen Nachweis je Änderung zeigen: Schritt, Prüfrolle, Ergebnis, Zeitpunkt — inklusive der Runden, die durchgefallen sind. Wenn nur der Endstand dokumentiert ist, wurde die Prüfung nicht mitgeschrieben, sondern behauptet.

Sollte ich nach Referenzkunden fragen?

Sie können, aber die Antwort sagt weniger, als sie verspricht: Viele Anbieter dürfen Kundennamen vertraglich nicht nennen — wir zum Beispiel nicht. Belastbarer sind Fragen, die sich am Vertrag und am Ablauf prüfen lassen: Prüfung, Nachweis, Rechte, Übergabe.

Was, wenn die Agentur ein eigenes Framework benutzt?

Das ist üblich und nicht per se ein Nachteil — es senkt den Bauaufwand. Entscheidend ist, ob Sie es unbefristet für Ihre Anwendung nutzen dürfen, was bei einem Anbieterwechsel damit passiert und ob das schriftlich steht. Bei uns steht es in AGB Ziffer 12 bis 17 und auf der Lizenzseite.

Quellen

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